Jean Bart

SCHLACHTSCHIFF " Jean Bart "

 

 

Geschichtlicher Abriss

Der Bau der JEAN BART wurde im Jahre 1935 beschlossen. Das Schiff wurde ein Jahr nach der RICHELIEU, am 12. Dezember 1936, in Saint -Nazaire auf Kiel gelegt. Der Bau der JEAN BART sollte in Oktober 1940 soweit vorangetrieben sein , dass sie sich nach Brest begeben konnte um dort die Bewaffnung zu erhalten. Auch sollte sie von Brest aus zu Probefahrten auslaufen.

Der deutsche Angriff im Mai 1940 lies jedoch eine gefährliche wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch entfernte Bedrohung aufkommen. Aus diesem Grund konzentrierte der damalige Kommandant, Hauptmann zur See Ronarch, alle geeigneten und verfügbaren Mittel um sein Schiff der Werft zu entreissen und ihm ein provisorisches Auslaufen zu erlauben. Grosse Schwierigkeiten traten dabei auf die nur durch allergrössten Arbeitseifer und unter dem ständigen Druck des täglichen deutschen Vormarschs gemeistert werden konnten.

Am 19 Juni schliesslich, um 3 Uhr morgens, war die JEAN BART auslauftüchtig und verliess in einer nahezu schwarzen Nacht ihr Gefängnis. Der JEAN BART schlossen sich sofort die Zerstörer MAMELUK und HARDI an. Alsdann wurde sie vom Tanker TARN versorgt und nahm dann unter diesem Geleitschutz Kurs auf Casablanca, Marokko. Nach einer schwierigen Überfahrt legte die JEAN BART am Kai von Delande an. Sie wird dort heftigen Angriffen der US-Navy ausgesetzt (1942 Operation Torch / Schlachtschiff Massachussett u.a.) sinkt und kann ohne grössere Schäden auf Grund gesetzt werden.

Wieder flottgemacht und seetüchtig erreicht die JEAN BART am 25 August 1945 Frankreich wo grosse Arbeiten ausgeführt werden. Das Schiff wird mit modernen Geräten ausgestattet, so mit See- und Luftüberwachungsanlagen, einer Flugabwehr- Artillerie, mit Fernsteuergeräten und mit einer zentralen Kommandostelle.

Das Schiff bleibt zur Überprüfung des gesamten Materials in seinem Stützpunkt Brest. Alsdann wird die JEAN BART dazu bestimmt, den Präsidenten der Republik, René Coty, zu einer offiziellen Reise nach Dänemark zu bringen.

Später ersetzt die JEAN BART die RICHELIEU und nimmt ihren Platz in Mittelmeergeschwader ein.

Während die Suez-Affäre wird das Schiff vor Alexandria als Artillerie Unterstützung eingesetzt.

Der JEAN BART ist tatsächlich das letzte, fertiggestellte moderne Schlachtschiff als Abschluss einer Ära welche 1905 mit der DREADNOUGHT angefangen hat.

 

 

Hauptmerkmale

Verdrängung

35'000 t (Washington)

 

48'970 t bei voller Beladung

Länge

248 m

Breite

35.70 m

Tiefgang

10.70 m bei voller Beladung

Leistung

179'700 PS

Geschwindigkeit

max. 32.07 Knoten

Aktionsradius

bei 14 Knoten 8'000 Meilen

 

Geschwindigkeit in Knoten

Kraftbedarf in PS

15 13'700
18 23'400
22 43'000
26 74'000
29 116'400
30 133'160
31 151'700
32 177'540
     

Bewaffnung:

2 x 4 -rohrige 380er Geschütze (884 kg, 785 m/s, 40'000 m)

3 x 3 -rohrige 152er Geschütze (56 kg, 870 m/s, 27'000 m)

12 x 2 -rohrige 100er Geschütze (13 kg, 855 m/s, 17'300 m)

14 x 57er Doppelgeschütze ( 2.6 kg, 920 m/s, 10'000 m ) Bofors

4 x 90 mm Übungs Kanonen

10 x 20 mm Kanonen Oerlikon

Die Flakbewaffnung der JEAN BART war die schwerste je auf einem Schlachtschiff installierte. Mit 52 Kanonen (Kaliber zwischen 57 mm und 100 mm) war sie theoretisch in der Lage 3'832 Schuss pro Minute abzufeuern und einen "stählernen Vorhang" um sich zu legen, der es für Angreifer schwierig machte das Schiff anzugreifen oder gar zutreffen.

Besatzung:

70 Offiziere

1600 Mannschaftsmitglieder

2150 Mann bei voller Kriegsausrüstung

 

Infos:

Alain L. Hanselmann

Rötelistrasse 13

CH-9000 St.Gallen